Raik Knorscheidt - Regisseur - Autor

"Die Wunderübung"

von Daniel Glattauer.

Im TiC-Theater Wuppertal. Die Premiere fand am 18. Dezember 2015 statt.

Bis zum 17. April 2016 im Spielplan.




Seine romantische Email-Liebesgeschichte „Gut gegen Nordwind“ begeisterte ein Millionenpublikum. Nun hat der österreichische Autor Daniel Glattauer sein neuestes Werk vorgelegt: In der Komödie „Die Wunderübung“ wird der Zuschauer Zeuge einer Paartherapie der etwas anderen Art, die nicht nur für das Ehepaar, sondern auch für den Therapeuten mehr als nur eine überraschende Wendung nimmt.

Joana und Valentin haben sich nach vierzehn Jahren Ehe nicht mehr viel zu sagen. Um Ihrer Ehe eine letzte Chance zu geben, suchen die beiden Hilfe bei einem Paartherapeuten. Der Eheberater versucht die beiden mit Paarübungen und Rollentausch aus der Reserve zu locken, um vielleicht doch noch das Wunder der Versöhnung zu bewirken. Doch Joana und Valentin sind erfahrene und smarte Streiter. Sie kontern schlagfertig, reagieren geistesgegenwärtig, nutzen brillant rhetorische Tricks und stellen den Therapeuten vor eine schier unlösbare Aufgabe. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht die Sitzung weiter. Doch die Therapeutin ist nach einem Anruf plötzlich ganz verstört...

Die Idee für Die Wunderübung ist mir während meines kürzlich absolvierten Studiums zum "Psychosozialen Berater" gekommen. Da war die Arbeit mit krisengeschüttelten Partnern ein großes Thema. Mittendrin bekam ich Lust, mich diesem Stoff auf komödiantische Weise anzunähern. Nun steht die turbulente Therapiestunde auf der Bühne. Für die Zuseher gibt es, so denke ich, großen Wiedererkennungswert, auch für jene, die selbst vielleicht eher konfliktscheu sind. Denn die Mechanismen des Ehestreits mit der spezifischen Rollenverteilung - sie stichelt, er fährt drüber - sind uns im Alltag bestens vertraut und haben sich über die Generationen wenig verändert. Der polemische Kleinkrieg der Worte ist geradezu ein Volkssport. "Mein" Ehepaar Joana und Valentin Dorek erhebt ihn zur olympischen Disziplin. - Daniel Glattauer

Besetzung:

Inszenierung - Raik Knorscheidt
Regieassistenz - Nadine Thiele
Bühne - Jan Bauerdick
Kostüme - Mariola Koschinsky

Paar-Therapeut - Christian Schulz
Joana Dorek - Beate Rüder
Valentin Dorek - Andreas Wirth



„Dem TiC gelingt die Wunderübung: Der verbale Schlagabtausch beim Paartherapeuten amüsiert die Premierengäste. Mann und Frau mittleren Alters gehen zum Paartherapeuten. Punkt. Das Stück „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer, das gerade im TiC-Theater Premiere gefeiert hat, lässt sich so mit knappen Worten zusammenfassen. Dass aus der eher überschaubaren Handlung dennoch ein zweistündiger Theaterabend werden konnte, ist einerseits den pointierten Dialogen, andererseits den glaubwürdigen Darstellern zu verdanken. (…) Die Handlung bekommt zudem im zweiten Teil einen unerwarteten Dreh, als Therapeut nach einer Sitzungsunterbrechung (und Pause im TiC) völlig aufgelöst zurückkommt. (…) bietet „Die Wunderübung“ einen vergnüglichen Theaterabend. (…)“
 
                                                                      Westdeutsche Zeitung



„Drei Personen, vier Stühle, ein Sessel. Mehr braucht es nicht auf der kleinen Podium-Bühne des Wuppertaler TiC-Theaters in Raik Knorscheidts Inszenierung von Daniel Glattauers jüngster Komödie „Die Wunderübung". Christian Schulz dominiert die zwei Stunden dialogstarken Kammerspiels mit feinen Nuancen und dem Talent zu hintergründiger Komik. Schließlich verlangt Glattauers Stück, das im Ansatz beileibe keine federleichte Boulevard-Komödie, sondern das mit den Mitteln bisweilen bitteren Humors das veritable Drama einer gescheiterten Ehe ist, feinste Abstufungen. (…) die Choreographie der Stühle, die Raik Knorscheidt auf die Bühne bringt, ist brillant, (…)“

                                                                                   Musenblätter



„Wollten sie immer schon mal wissen, was beim Paar-Therapeuten hinter verschlossenen Türen passiert? Jetzt haben Sie die Gelegenheit dazu: Seit kurzem steht die Komödie „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer auf dem Spielplan des Theaters in Cronenberg (TiC). (…) Joana (Beate Rüter) und Valentin Dorek (Andreas Wirth) haben sich nach 14 Jahren nicht mehr viel zu sagen. Um ihrer Ehe eine letzte Chance zu geben, suchen sie Hilfe bei einem Paar-Therapeuten (Christian Schulz). Der Eheberater versucht die beiden durch Paarübungen und Rollentausch mit Kasperlepuppen aus der Reserve zu locken – und das Wunder der Versöhnung zu bewirken. Aber Joana und Valentin sind erfahrene und smarte Streiter - ein Paar wie Nitro und Glycerin. Wer kennt das nicht: Sie stichelt, er fährt drüber. Valentin: „Wir haben derzeit nicht unsere beste Phase“ - Joana: „Du hast uns auseinandergelebt!“ Sie kontern schlagfertig, reagieren geistesgegenwärtig, nutzen brillant rhetorische Tricks und stellen damit auch den Therapeuten vor eine schier unlösbare Aufgabe. Auch auf der TiC-Bühne ist der polemische Kleinkrieg der Worte geradezu ein Volkssport – der Zuschauer wird zum Voyeur und amüsiert sich kräftig an den Szenen einer Ehe, an Liebe und Hass, Kränkungen und Schwärmerei, wie auch vergangenen Seitensprüngen. Doch der Therapeut ist nach einem Anruf plötzlich ganz verstört (…) Die Wunderübung“ ist teilweise unsensibel, lebensnah und eigentlich nicht nur komisch - kein Wunder also, dass das Premierenpublikum begeistert applaudierte. (…)“

                                                                        Cronenberger Woche